Störungen der Sprechstimme - funktionell, organisch, psychogen

Störungen der Sprechstimme können unterschiedliche Ursachen haben. Funktionelle Störungen entstehen häufig durch ungünstige stimmliche Gewohnheiten oder Überlastung. Organische Störungen beruhen auf körperlichen Veränderungen im Kehlkopfbereich, während psychogene Störungen oft im Zusammenhang mit seelischen Belastungen auftreten.

Unabhängig von der Ursache äußern sich Stimmstörungen häufig durch Heiserkeit, Stimmermüdung, Sprechanstrengung oder einen veränderten Stimmklang.

Störungen der Singstimme

Auch bei der Singstimme können verschiedene Faktoren zu Problemen führen. Funktionelle Störungen entstehen häufig durch falsche Technik oder Überlastung, organische Ursachen liegen oft im Bereich des Kehlkopfes, und psychogene Einflüsse zeigen sich manchmal in plötzlichen Blockaden oder Unsicherheiten beim Singen. Besonders betroffen sind oft hohe Töne und eine leise Stimmgebung. Typische Beschwerden äußern sich außerdem durch eingeschränkten Stimmumfang, Heiserkeit beim Singen, fehlende Klangfülle oder Kontrollverlust in bestimmten Lagen.

Störungen der professionellen Sprech- oder Singstimme

Die Stimme ist für beruflich Sprechende und Singende ein zentrales Werkzeug, das dauerhaft hohen Belastungen standhalten muss. Lange Einsätze, kraftvolle Passagen oder stimmliche Spitzenleistungen beanspruchen das Stimmsystem intensiv und können zu Überlastung oder funktionellen Einschränkungen führen. Besonders für Menschen, deren berufliche Identität und Einkommen eng mit ihrer Stimme verknüpft sind, kann der Verlust der gewohnten stimmlichen Leistungsfähigkeit äußerst belastend sein – nicht selten gehen damit Sorgen um die berufliche Zukunft und existenzielle Ängste einher.

Stimmrehabilitation nach operativen Eingriffen

Nach einer Stimmoperation ist eine gezielte therapeutische Nachsorge entscheidend, um die Stimme schonend wieder aufzubauen und ihre volle Funktionalität zurückzugewinnen. Durch individuell abgestimmte Übungen zur Schwingungsfähigkeit der Stimmlippen, kombiniert mit Stimmentlastung und Klangoptimierung, wird der Heilungsprozess unterstützt und das Risiko erneuter Überlastung minimiert. Ziel der Therapie ist es, die Stimme Schritt für Schritt wieder zu stabilisieren, ihre Belastbarkeit zu steigern und einen gesunden, nachhaltigen Stimmeinsatz zu ermöglichen.

Stimmdesign mit *trans Personen

Die Stimme ist ein zentraler Ausdruck Ihrer Persönlichkeit. Manchmal passt sie jedoch nicht zu dem, wie Sie sich selbst wahrnehmen, oder Sie fühlen sich mit Ihrem Stimmklang nicht wohl. Im Rahmen des Stimmtrainings unterstütze ich Sie dabei, Ihre Stimme gezielt so zu entwickeln, dass sie Ihre geschlechtliche Identität widerspiegelt – authentisch, angenehm und tragfähig.

Dabei geht es nicht nur um die Veränderung von Tonhöhe, Klangfarbe, Resonanz, Sprechmelodie oder sprachlichem Ausdruck, sondern auch um die Stärkung des Selbstvertrauens und eine positive Beziehung zu Ihrer eigenen Stimme. Die Übungen werden individuell auf Ihre Ziele und Bedürfnisse abgestimmt und so gestaltet, dass die Stimme langfristig gesund bleibt und im Alltag zuverlässig einsetzbar ist – sei es am Telefon, im Beruf oder in sozialen Situationen.

In einem queerfreundlichen und respektvollen Setting begleite ich Sie Schritt für Schritt. Das Training ist für binäre und nicht-binäre Personen gleichermaßen geeignet und wird vollständig an Ihre Wunschstimme angepasst. Ziel ist eine Stimme, die sich stimmig anfühlt, Ihre Identität unterstützt und Ihr Wohlbefinden steigert.

Kindliche Stimmstörungen

Kindliche Stimmstörungen können sich durch Heiserkeit, eine raue oder gepresste Stimme oder eine eingeschränkte Belastbarkeit zeigen und im Alltag zu Kommunikationsproblemen führen. In der Stimmtherapie arbeiten wir spielerisch und altersgerecht an einer gesunden, klangvollen und mühelosen Stimmnutzung.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Elternberatung: Gemeinsam entwickeln Eltern Strategien, wie sie ihr Kind im Alltag unterstützen können, ohne dass Lautstärke das zentrale Mittel der Kommunikation ist. Dabei lernen Sie, die Stimme Ihres Kindes gezielt zu entlasten, alternative Ausdrucksformen zu nutzen und die Kommunikation bewusster zu gestalten.

Globusgefühl

Das Globusgefühl beschreibt das Empfinden eines Kloßes oder Drucks im Hals, ohne dass eine tatsächliche körperliche Verengung vorliegt. Es kann das Sprechen, Schlucken und die Stimme belasten und wird häufig als unangenehm empfunden.

In der logopädischen Therapie wird zunächst die Ursache des Globusgefühls untersucht, da es durch Verspannungen, falsche Stimm- oder Atemtechnik, Stress oder Reflux beeinflusst werden kann. Durch gezielte Übungen zur Entspannung von Kehlkopf, Hals- und Rachenmuskulatur, Atem- und Stimmtraining sowie manuelle Techniken zur Entlastung kann das Empfinden deutlich reduziert werden.

Stimmlippenlähmung

Eine Stimmlippenlähmung führt zu einer eingeschränkten Beweglichkeit einer oder beider Stimmlippen und kann sich durch Heiserkeit, eine schwache oder raue Stimme, verminderte Lautstärke oder Atemprobleme äußern. Häufige Ursachen sind Nervenschädigungen, zum Beispiel nach Operationen im Halsbereich, durch Infektionen, Tumore oder neurologische Erkrankungen.

In der logopädischen Therapie werden vorhandene stimmliche Ressourcen gezielt genutzt. Durch individuell angepasste Übungen zur Verbesserung des Stimmlippenschlusses, zur Optimierung des Schwingungsverhaltens und zur Stimmkräftigung wird eine möglichst effiziente und gesunde Stimmgebung unterstützt.

Ziel ist es, die Stimmqualität und Belastbarkeit zu verbessern und die Kommunikation im Alltag zu erleichtern.